Bindungstrauma in Spuren

Der doppelte Boden zwischen Anpassung und gegenseitiger Regulation
 

„In dem, was ich wollte, lag das, was ich nicht wollte„

In manchen Begegnungen wirken zwei Bewegungen zugleich.

Der bewußte Wunsch, sich frei zu begegnen – ohne Erwartungen, ohne Anpassung.

Und der leise innere Sog, alles zu tun, um dem anderen Sicherheit zu geben – auch wenn das bedeutet, sich selbst ein Stück zu verlassen.


 

Der Text Doppelter Boden tastet sich an diese Bewegung heran.

Vom ersten feinen Gespür, den Schwingungen zwischen zwei Menschen –

über die kleinen, kaum merklichen Verschiebungen –

bis zu dem Punkt, an dem Gegensätze ihre Kraft entfalten.

Und er wagt, die inneren Widersprüche zu zeigen, ohne sie zu richten.


 

Dieser doppelte Boden lebt in feinen Gesten:

Ich will nicht deine Antwort sein – und doch richte ich mich so aus, dass ich es werde.

Ich will nicht, dass du dich anpasst – und doch erwarte ich, dass du es tust.


 

Zwei Nervensysteme stimmen sich ab, geben Halt, nehmen Halt. Regulieren einander. 

Und versuchen dadurch Sicherheit zu finden. 

Suchen Nähe, vermeiden Nähe.

Halten fest und lassen los – im selben Atemzug.

Die Verbindung trägt – und entzieht zugleich den Boden.


 

Dieser doppelte Boden ist alt.

Gelernt, lange bevor Worte möglich waren.

Ein Echo von Erfahrungen, in denen Bindung nur hielt,

wenn man nicht ganz bei sich blieb.

Im verkörperten Wissen: 

Ich muss dich halten und tragen, damit du bleibst

Ich muss mich selbst aufgeben, damit du mich liebst.

Der Text endet mit einer Erkenntnis: Ich tue das, was ich nicht will. 


 

Vielleicht beginnt hier ein neuer Raum:

Einer, in dem beides da sein darf –

der Wunsch nach Nähe und die Angst davor,

der Wunsch nach Freiheit und die Angst in der Nähe.

In Milde zu den Sätzen, die einst schützen mussten.


 


 

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