Bindungstrauma im Körper
Wenn das Innen nie leicht ist
„Die Schwere fand in mir ein Zuhause, ohne dass ich sie kannte.“
Last ist ein verkörpertes Erleben.
Sie ist nicht einfach nur ein Gefühl.
Sie ist ein ganzes Muster aus Empfindungen, Anspannung, Zurückhalten –
und aus inneren Sätzen,
die oft schon in der Kindheit entstanden sind.
Auf der Körperebene
trägt das Nervensystem Spuren von Überforderung,
vom Nicht-Gesehen- oder Nicht-Getröstet-Werden.
Es hält sich zwischen Anspannung und Erstarrung –
spürbar als Schwere, Atemnot oder Druck.
Auf der inneren Ebene
werden die frühen Strategien – Kümmern, Leisten, Starksein –
zu einem Teil der eigenen Identität.
Die Last wird nicht als etwas Fremdes erkannt,
sondern als „so bin ich“.
Und genau das macht es so schwer, sie loszulassen.
Denn das Halten der Last war einst notwendig,
um Bindung – und das eigene Überleben – zu sichern.
Der Text „Last“ begleitet still das innere Erleben
von Schwere im Körper und in den Gefühlen.
Er ist eine leise Reise durch Erinnerungen,
in denen das Spüren nie einen Namen hatte.
Es entstehen Zusammenhänge –
zwischen inneren Ambivalenzen, Glaubenssätzen
und dem eigenen Selbstbild –
ohne Urteil.
Er kann benennen und halten,
was oft nur das Körpergedächtnis weiß:
eine Reaktion auf etwas,
dessen Ursprung nicht bewusst erinnert wird.
Oft mit den alten Sätzen:
„Du musst…“,
„Du bist verantwortlich…“
Der Unterschied zwischen damals und heute
kann ein Schlüssel sein:
Früher war es notwendig, die Last zu halten –
sie gab Sicherheit,
hielt Beziehungen.
Der Text macht sichtbar,
dass diese Empfindungen real sind,
einen Ursprung haben –
und nicht das eigene Wesen ausmachen.
Heute kann das Erkennen und Benennen
einen ersten kleinen Abstand schaffen:
„Ich spüre dich.
Du hast einen Namen.“