Der Käfig, in dem ich sitze
Du bist draußen.
Und doch in mir.
Ich finde dich nicht.
Nicht richtig.
Manchmal reiche ich dir meine Hand -
dann hältst du sie.
Manchmal siehst du sie kaum.
Manchmal fürchte ich,
dass du ziehst –
und mein Körper
an die Stäbe gedrückt wird.
In meiner Brust:
Enge.
Schwerer Atem.
Beklemmt.
Die Luft strömt –
doch sie erreicht mich nicht.
Und ich erreiche dich nicht.
Du siehst mich nicht.
So fühle ich.
Du hörst mich nicht.
So fühle ich.
Alles wattiert.
Sehe den Weg nicht.
Bin traurig.
Und still.
Zwischen uns:
dieser Käfig.
Er keucht –
und ist doch hart.
Die Gitter sind fest.
Sicher,
unnachgiebig.
Alt.
Mit Rost.
Eine Grenze,
die mich einschnürt.
Sie hält fest –
und erdrückt.
Manchmal warte ich,
dass du mich befreist
von diesem Gefühl:
Zu müssen.
Mir zeigst,
dass ich nicht muss.
Dass du mir die Last abnimmst,
dich zu tragen,
zu halten,
mich zu kümmern.
Doch wenn du zu nah kommst -
an die Stäbe,
zittert mein Herzschlag.
Ein Zuviel von allem.
Und würdest du ihn öffnen,
erstarrte ich.
Denn draußen bist du.
Da könnte es weh tun.
Da könntest du gehen.
Und ich -
fallen.
Hier drinnen versorge ich mich.
Fühle -
was du brauchst.
Halte dich -
ohne dich zu verlieren.
Zähle deine Schritte.
Deine Worte,
deine Pausen.
Lese deine Blicke.
Schwingungen.
Lese -
was du nicht sagst.
Ich bin wach.
Und doch nicht lebendig.
Denn es liegt an dir,
wie ich atme.
Es liegt an dir,
ob ich mich spüre.
Und ich –
ich bin ich.
Kann nicht sein.
Und verliere mich.
Zwischen Stäben,
die mich begrenzen
und schützen zugleich.
Ich spüre:
Wenn du nicht wärst,
könnte er verschwinden.
Ich könnte gehen.
Laufen.
Fliegen.
Atmen.
Doch wo bist du?
Deine Nähe sperrt mich ein.
Und deine Distanz.
Dein Blick.
Dein Schweigen.
Dein Fordern.
Ich halte die Stäbe fester –
als wärst du darin.
Als würde ich dich halten.
Alles drückt.
Und das bist du.
Und zugleich weiß ich:
Der Käfig ist in mir.
Er spricht mit meiner Stimme.
Er hält mich fest,
weil ich mich fürchte.
Trägt,
was ich nicht tragen will.
Schützt,
was ich nicht zeigen kann.
Und ich -
ich bin nicht ich.
Ich will nicht mehr.
Ich will Luft.
Ich will mein Ich.
Ich steh auf.
Gehe zur Tür.
Greife.
Bleibe.
Stille.
Ich weiß nur –
ich will atmen.